Dienstag, 10. Januar 2017

Nähreich vs. Nähchaos - zu Besuch bei der Knopfkönigin

Heute befinden wir uns auf unserer virtuellen Reise im verschneiten Süden Deutschlands und werfen bei unserer lieben Probenäherin Knopfkönigin mal einen kleinen Blick über die Schultern in ihr wundervolles Nähreich.

"Nähreich vs. Nähchaos - der Blick durchs Schlüsselloch"



Wer bist Du und wie bist Du zum Nähen gekommen?

Ich bin Christin, Jahrgang 84 und wohne mit meinem Mann und meinen drei Kindern im Alter von 5, 4 und einem Jahr am Stadtrand einer Kleinstadt in Bayern in der Nähe zur tschechischen Grenze.

Ich bin was das Nähen an der Maschine betrifft noch relativ neu. Als ich noch als Krankenschwester tätig war habe ich während der Nachtschicht gerne als Zeitvertreib Teddybären genäht. Das Nähen mit der Hand hat mir meine Großtante   beigebracht.
Das hat mir immer sehr viel Spaß gemacht und die Beschenkten haben sich sehr über diesen kleinen Kameraden gefreut.



Als ich mit meinem Mann zusammenzog kaufte ich mir eine günstige Nähmaschine. Mit diesem Teilchen kürzte ich ab und an eine Hose (mehr schlecht als recht) und nähte bei sehr großen Bären mal eine Naht zusammen, aber an mehr dachte ich zu der Zeit noch nicht. Mit der Geburt meiner ersten Tochter und kurz darauf mit der Geburt meines Sohnes schlief auch das Hobby „Teddybären nähen“  ein.
Weihnachten 2015 stand auf dem Wunschzettel meines Sohnes eine selbstgenähte Hose. Eine Freundin von mir hat ein Kleinunternehmen und so kam ich das erste Mal auf die Idee selbst Kleidung für meine Kinder zu nähen. Meine Freundin meinte: „Das kannst du bestimmt!“. An Weihnachten stand dann eine neue Nähmaschine unterm Christbaum und ich habe ganz   schnell losgelegt.




Meine Knöpfe waren sofort begeistert von den selbstgenähten Sachen. Also brauchte ich ganz dringend ihrer Auffassung nach einen eigenen Namen. So wurde mein viertes   Baby
„Knopfkönigin“ geboren. Mein „Label“ bastelte ich eines Nachts um halb zwei mit einem fiebernden 6 Monate alten Säugling kuschelnd am Handy mit einer App   zusammen.

Bald darauf bekam die Nähmaschine noch Verstärkung von einer Overlock und Coverlock (Fluch und Segen wenn man nur eine Autostunde entfernt vom Nähpark wohnt…)   ;-)


Seit Mai habe ich meine FB Seite „Knopfkönigin“ und seit August versuche ich auch in regelmäßigen Abständen zu bloggen. Seit Mitte Oktober darf ich ein Teil des Probenähteams von Lillestoff sein und das ist mir eine wahnsinnig große Ehre und ich bin mit viel Freude und Liebe dabei.



Was machst Du, wenn Du nicht nähst?

Wenn ich nicht nähe, dann bin ich hauptberuflich Mama von drei Kindern und Dosenöffner von vier Katzen. Natürlich kümmere ich mich auch um den Haushalt und um den    Garten.
Zu guter Letzt habe ich die Bürotätigkeiten inne, welche in der Praxis meines Mannes so anfallen.


Was ist für Dich beim Nähen unverzichtbar?

Beim Nähen genieße ich die Ruhe und die Möglichkeit verschiedene Sachen und neue  Schnitte ausprobieren zu können. Kombistoffe und Bündchen in verschiedensten Farben sind für mich unverzichtbar. Wenn man mit den verschiedenen Stoffen probiert und das  Gesamtbild auf sich wirken lässt ist das genauso schön wie das anschließende   Nähen.


Wann ist Deine liebste Nähzeit?

Ganz klar: DEFINITIV Am Abend wenn die Kinder im Bett sind und im Haus Ruhe einkehrt. Da gehe ich dann immer sehr gerne in mein kleines Reich in den Keller schalte den Fernseher oder Laptop ein und lege los. Auch da kann es manchmal etwas später   werden.


Was nähst Du am liebsten?

Am liebsten nähe ich Kleidung für meine Kinder und mich… Ganz gerne nähe ich Partnerlooks für die Kinder oder auch für mich  mit.

Für mich nähe ich aber sehr gerne Kleider. Ich mag Kleider lieber als Hosen. Damit fühle ich mich immer gut angezogen.
Ganz schnell habe ich angefangen Jersey zu nähen, weil ich eigentlich nicht sehr gerne das Bügeleisen schwinge.
In kürzester Zeit wusste ich: Mein liebster Stoff kommt immer von   Lillestoff.


6. Was ist für Dich in Deinem Nähzimmer unverzichtbar?

In meinem Nähzimmer bin ich froh über die vielen und größeren Arbeitsflächen. Auch gutes Licht ist an einem Nähplatz von sehr großer   Wichtigkeit.
Ganz gerne mag ich meinen Zuschneide-Tisch und auch meinen Bügelplatz (Die Notwendigkeit des Bügelns sehe ich nur beim  Nähen).
Meine Regale und Tische vom Möbelschweden und natürlich meine Nähmaschine, Overlock Coverlock, Laptop oder Tablet (um in den Ebooks nachzulesen) sind für mich ebenso so von großer Bedeutung.
Ich hatte Glück, dass schon immer in unserem Haus ein „Bastelzimmer“ geplant war, so konnte ich schnell mein Reich  beziehen.




Zeig uns Dein liebstes "Nähhelferlein"

Ganz schnell habe ich die Wonderclips nicht mehr missen wollen. Besonders als Anfänger   mit der Overlock kann man da auf Nummer sicher gehen, denn eine Nadel vergisst man im Eifer des Gefechtes gerne schnell. Auch wird der Stoff durch die Wonderclips    nicht verletzt.

Mein zweites liebste Helferlein: Natürlich mein kleines   Bügeleisen.



Welche Tipps hast Du für mehr Ordnung im Nähzimmer?
Puh… Da wird genau die „Richtige“ gefragt. Ich versuche einmal in der Woche wirklich komplett wieder alles aufzuräumen, Staub zu wischen und zu   putzen.


Viele Sachen verstaue ich gerne in Schachteln. Gerne werden Weckgläser auch zweckentfremdet. Sei es für Knöpfe, Kordeln, Rüschen, Spitzen usw. – es ist für mich zugleich auch noch  Dekoration.


Auch ist ein Garnrollenhalter eine gute Anschaffung Regale und Schränke sind immer eine gute Investition um eine gewisse Grundordnung zu schaffen.

Für meine Schnittmuster habe ich einen Rollcontainer bekommen. Der wird als nächstes schön sortiert. Für meine Konen, welche immer so oft rumstanden und meine Kinder wahnsinnig gerne als Hüte benutzen hat mir mein Schwiegervater einen Halter gebaut. So versuche ich ein wenig gegen mein Chaos  vorzubeugen.



Aber:
Wenn ich aber so richtig in Fahrt bin, dann kann es auch mal in einer Materialschlacht enden, was natürlich immer dann am nächsten Morgen nicht so toll ist. (sog.  „Nähkater“)   ;-)


Was würdest Du jemanden mit auf den Weg geben, der sich ein Nähzimmer einrichten möchte?

Lass dich inspirieren von verschiedenen Beispielen auf Pinterest. Im Internet gibt es so viele schöne Nähzimmer. Egal wie groß oder klein der Raum ist oder ob du einfach am Küchentisch nähst, mach es Dir gemütlich dann fühlst du Dich auch wohl und das Nähen macht noch mehr Freude.



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